Persönlichkeitsrechtsverletzung durch ungenehmigte Filmaufnahme

Das AG Köln hat mit Urteil vom 06.05.2013 – 142 C 227/12 entschieden, dass einer ohne deren Zustimmung in einer Doku Soap abgebildeten Person ein Schadensersatzanspruch wegen Persönlichkeitsrechtsverletzung in Höhe von 1.500,00 EUR zusteht.

Der Kläger hatte seiner Haftpflichtversicherung einen Schadensfall gemeldet, dem die beklagte Fernsehproduktionsfirma im Rahmen des Sendeformats „Die Versicherungsdetektive“ nachgehen wollte.

Zu diesem Zwecke erschien die Beklagte mit einem Aufnahmeteam am Arbeitsplatz des Klägers, wo sich der gemeldete Schadensfall ereignet haben soll. Neben dem Kläger, der den Schaden verursacht haben soll, war am dem Schaden auch der Inhaber der beschädigten Sache vor Ort. Beiden am Schadensfall Beteiligten wurde ein Vertrag über die Mitwirkung an der Sendung überreicht, welchen allerdings nur der Inhaber der beschädigten Sache unterschrieb. Zunächst nahm der Kläger nichts desto trotz an der Aufnahme teil, in dem er vor der Kamera zeigte, wie sich der Unfall in etwa ereignet hatte. Nachdem hierbei der gemeldete Schaden nicht eintrat und daraufhin die Versicherung den Schadensausgleich ablehnte, brach der Kläger seine weitere Teilnahme an der Sendung ab.

Der Kläger wurde ohne dessen Einverständnis in einer Fernsehsendung mit dem Sendeformat „Die Versicherungsdetektive“ abgebildet und damit in seinem Recht am eigenen Bild nach §§ 2223 KUG verletzt. Eine Einwilligung in die Ausstrahlung der Fernsehsendung sei weder ausdrücklich noch konkludent erteilt worden. Jedenfalls sei von einem konkludent erteilten Widerspruch auszugehen, da der Kläger die Aufnahme abgebrochen hatte. Für eine konkludente Einwilligung wäre demgegenüber erforderlich gewesen, dass der Kläger ein Verhalten an den Tag gelegt hätte, welches objektiv als Einwilligungserklärung aufgefasst werden kann.

 

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